NWZ-Bericht v. 30.09.17: Diese Schüler regeln den Verkehr

 

Elf neue Schülerlotsen regeln nach den Herbstferien den Verkehr vor der Grundschule Bockhorn. Die Jugendlichen von der Oberschule Bockhorn sorgen für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler der benachbarten Grundschule auf ihrem Schulweg. Seit 2013 können die Grundschüler in Bockhorn auf die Schülerlotsen zählen. Die theoretische und praktische Ausbildung der neuen Mitglieder des Schülerlotsendienstes wurde von Schulsozialarbeiterin Jasmin Wittkowski und Eugen Schnettler vom Polizeikommissariat Varel übernommen. Schulleiter Jörg Behrens freut sich über dieses Engagement seiner Schüler. Die Schulleiterin der Grundschule, Doris Kache, lobte die Bereitschaft der Großen, schon eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn Dienst zu tun. Schnettler wies darauf hin, dass dieses Schülerlotsen-Projekt das einzige im ganzen Landkreis ist und sich dadurch die morgendliche Verkehrssituation vor der Grundschule entspannt habe.

 

Schulfahrt nach Hannover
Einen spannenden Tag erlebten die Schüler der Klassenstufen fünf bis neun der OBS
am Dienstag, den 13. Juni 2017.

Zusammen mit ihren Lehrern besuchten sie die Ideen -Expo in Hannover. Diese Veranstaltung findet seit 2007 alle zwei Jahre statt und hat das Ziel, Schüler aller Altersstufen für Naturwissenschaften und Technik zu interessieren, nicht zuletzt um so dringend benötigte Nachwuchskräfte in naturwissenschaftlich -technischen Berufen zu werben. Aussteller sind namhafte Firmen, Hochschulen und Schulen. Besonders wichtig ist dabei das eigene Erleben. Daher konnten die Bockhorner Schüler viele Sachen selber ausprobieren und auch stolz einiges selbst Hergestelltes mit nach Hause nehmen. Aber auch ohne “Mitbringsel” waren die allermeisten Schüler begeistert von den vielen Möglichkeiten und Eindrücken. Die älteren Schüler konnten auch Anregungen für ihr zukünftiges Berufsleben gewinnen. Nicht zuletzt wegen der Begeisterung seitens der Schüler ist der Besuch der Ideen -Expo inzwischen ein fester Bestandteil im Terminkalender der Oberschule Bockhorn.

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Erfolgreiche Kooperation zwischen Premium Aerotec Varel und OBS Bockhorn
 
Bericht der NWZ vom 8.5.17

VAREL_1_b31e19d9-8372-4bc5-ac94-5fc715027c36--590x337.jpgWährend André Lück die Baupläne studiert, feilt Moritz Wilken am Rumpf seines Fliegers. Wie der Doppeldecker am Ende aussehen soll, ist vorne links im Bild zu sehen.

Feilen, fräsen, bohren, drehen – im Ausbildungszentrum von Premium Aerotec können sich derzeit zwölf Schüler der Oberschule Bockhorn austoben. Seit Ende März stehen die Schüler einmal die Woche bei Premium Aerotec an der Werkbank. Ziel der Arbeit ist ein Modell von einem Doppeldeckerflugzeug. Betreut werden sie dabei von Azubis von Premium Aerotec.

„Die Schüler sollen hier die Techniken und auch den Ausbildungsverlauf kennenlernen und so natürlich auch motiviert werden, bei uns eine Ausbildung zu beginnen“, erklärt Henning Fellensiek, der die Ausbildung bei Premium Aerotec koordiniert. Offenbar mit Erfolg: Das Projekt läuft seit vier Jahren und es bewarben sich laut Fellensiek bislang 80 bis 90 Prozent der Schüler tatsächlich um eine Ausbildung bei Premium Aerotec.

„Wir haben hier eine Win-Win-Situation, die wir sehr zu schätzen wissen“, sagt Jörg Behrens, Schulleiter der Oberschule in Bockhorn. Zum einen bekämen die Schüler die Möglichkeit, hier einmal in einem Betrieb zu arbeiten, zum anderen profitiere auch die Schule erheblich von dem Projekt, da sie so attraktiv für Schüler werde.

Und was sagen die Schüler? „Man kann hier viel ordentlicher arbeiten als in der Schule“, sagt André Lück. Sein Schulkamerad Moritz Wilken pflichtet ihm bei: „Die Ausstattung ist hier besser.“ Während Moritz Wilken mit der Feile noch das bearbeitet, was später der Rumpf seines Modellfliegers sein soll, befasst sich André Lück mit dem Höhenleitwerk seines Modells. Langsam müssen sie sich sputen. Beim nächsten Termin in der kommenden Woche müssen sie fertig sein.

Laut Sylvia Marsollek, Techniklehrerin an der Oberschule, sehen die ersten Ergebnisse aber schon hervorragend aus: „Sie sind alle gut, aber es gibt auch ein paar besonders exzellente. Für solche Topergebnisse muss man viel Geduld haben.“

 

 

Seine Geschichte sorgt bei Schülern für Gänsehaut

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Christoph Rickels aus Friedeburg ist an drei Tagen an der Oberschule Bockhorn zu Gast. Er erzählt den Schülern der neunten und zehnten Klassen seine bewegende Geschichte. Vor zehn Jahren wurde er Opfer schwerer Gewalt.

Christoph Rickels spricht langsam, weil es nicht anders geht. Er ist halbseitig spastisch gelähmt. Aber das schmälert nicht seine Wortgewandtheit, und so schafft es der 30-Jährige, dass die Jugendlichen an seinen Lippen hängen. Als er den neunten und zehnten Klassen der Oberschule Bockhorn seine Geschichte erzählt, hätte man in den Reihen der Schüler eine Stecknadel fallen hören können. Und diese Geschichte ist ein Wechsel aus Tiefschlägen und Höhenflügen.

An einem Septembertag vor zehn Jahren hat der junge Mann, „weil ich ja so ein netter Kerl bin“, in einer Diskothek einer Frau einen Drink spendiert. „Leider hatte sie einen Freund“, sagt Christoph Rickels. Dieser Freund hat ihn dann am Ausgang mit einem einzigen Schlag niedergestreckt. Vier Wochen lang lag Christoph Rickels im Koma.

Sein Kampf zurück ins Leben dauerte Jahre, und der Kampf um Entschädigung geht weiter, weil die Versicherung des Täters sich weigert, zu bezahlen. Bis vor den Bundesgerichtshof ist er gegangen, auch gegen seine eigene Krankenkasse muss er klagen, um die Reha-Maßnahmen bezahlt zu bekommen. „Ich bin verzweifelt. Und nebenbei soll ich die Kraft haben, wieder gesünder zu werden. Ich dachte, es wird besser, aber mit den Kämpfen vor Gericht und gegen die Gerichtsurteile wurde es nur schlimmer“, sagt Christoph Rickels.

Heute ist der 30-jährige deutschlandweit bekannt. Er wurde mehrfach für Zivilcourage und Toleranz ausgezeichnet, schwärmt von seinen Begegnungen mit Stars wie Jörg Pilawa, Yvonne Catterfeld und Birgit Schrowange auf Preisverleihungen und Aftershow-Partys. Er hat die Initiative „First Togetherness“ gegründet, wurde von Ministern geehrt, vom Bundespräsidenten zum Bürgerfest eingeladen und spricht in Schulen und Gefängnissen über die Folgen von Gewalt. Der Produzent von großen Fernseh-Shows auf Pro 7 und Sat 1 hat sein Werbevideo für die Initiative produziert, in dem viele Stars auftreten. Das Video zeigt Christoph Rickels auch den Bockhorner Oberschülern. „Jedes Mal, wenn ich das sehe, schenkt es mir unendlich viel Kraft“, sagt der Friedeburger.

Seine Botschaft: „Ich bin immer wieder aufgestanden. Du musst kämpfen. Wenn du immer Gas gibst, kommt es irgendwann zurück. Es lohnt sich, zu kämpfen.“
first-togetherness.com 

 

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