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Jugend: Nur zusammen sind sie stark

Training stärkt Sozialkompetenz der Schüler der Oberschule

David Eckert sensibilisiert Schüler des siebten Jahrgangs auf die Gruppendynamik in ihren Klassen. Das ist eines von vielen Präventionsprogrammen an der Bockhorner Oberschule.

Bockhorn Eigene Stärken und Schwächen erkennen, Grenzen setzen, gemeinsam Konflikte lösen und den Umgang mit Regeln überdenken: Das alles lernen die Schüler der siebten Klassen der Oberschule Bockhorn beim „Coolness-Training“ mit David Eckert.

Der freiberufliche Trainer ist in diesen Tagen in der Oberschule zu Gast, um mit den Schülern ganz unkonventionell an diese Themen heranzugehen, mit Rollenspielen, Gruppenübungen und anderen Spielen.

Präventionsprogramme für alle

Klasse 5: Sozialkompetenztraining „Chatten – aber sicher“ und Klassenprojekt zum Thema „Cybermobbing“ mit der Organisation „Wildwasser“ (unterstützt von der Hellmuth-Bartels-Stiftung Varel)

Klasse 6: Projekt gegen sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt; „Be cool – Lebenskompetenztraining“ mit der Organisation „Schlüsselblume“

Klasse 7: Coolness-Training mit David Eckert

Klasse 8: Allgemeine Suchtberatung mit der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention (unterstützt von der Bürgerstiftung Varel-Friesische Wehde)

Klasse 9: „Suchtberatung: Alkoholismus“ mit Vertretern der Anonymen Alkoholiker

Klasse 10: Verkehrserziehung: „Don’t drink and drive“ mit dem Präventionsbeauftragten der Vareler Polizei Eugen Schnettler

„Oft geht es darum, das Gleichgewicht in den Klassenverbänden wiederherzustellen“, sagt er. Typisch sei es, dass zwei bis drei Schüler in einer Klasse 80 Prozent der Aufmerksamkeit auf sich ziehen – wovon nicht nur Lehrer, sondern oft auch Mitschüler genervt seien. „Dann fallen die anderen hinten runter“, sagt er. „Es geht beim Training nicht nur darum, dass Einzelne ihre Stärken und Schwächen erkennen, sondern auch darum, der Mehrheit eine Stimme zu geben.“

Bei Rollenspielen seien die Jugendlichen oft selbst überrascht, wie sich ihre Körpersprache verändert, etwa, wenn sie in dem Rollenspiel aus der Gruppe ausgegrenzt werden und sonst eher zu den dominanteren Gruppenmitgliedern gehören. „Damit sensibilisieren wir die Schüler. Es geht uns darum, Köpfe zu öffnen“, sagt David Eckert.

Die Erfolge dieses Trainings ließen sich nicht objektiv messen. „Aber wenn es nur einem Schüler nach dem Training ein bisschen besser geht, ist das schon ein Riesenerfolg“, sagt er. Beratungslehrerin Ute Ostendorf, die die vielen Präventionsprogramme für die Schüler an der Oberschule organisiert, sagt: „Wir wollen einfach nichts unversucht lassen.“

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