Werken statt Schulbank drücken

Am Ende des 13-wöchigen Projektes sollen die Schüler der Oberschule Bockhorn ein fertiges Modellflugzeug in den Händen halten. Dafür schleifen und fräsen sie das Metall im Ausbildungszentrum Varel zurecht.

Über drei Monate arbeitet die Klasse der Oberschule an einem Projekt im Ausbildungszentrum. Ziel ist es, ein Modellflugzeug zu bauen.

Anstatt die Schulbank zu drücken, werkeln die Schüler des Technikkurses der Oberschule Bockhorn an der Werkbank. Im Ausbildungszentrum Varel (AZV) werden in Zusammenarbeit mit Premium Aerotec sieben Neuntklässler mit dem betrieblichen Alltag vertraut gemacht.

Henning Fellensiek, Leiter der Ausbildung bei Premium Aerotec, schlägt die Projektmappe auf, die zwischen Feile und Schraubstock liegt. „Die Schüler kommen dreizehn Mal jeden Mittwochvormittag her“, sagt er und zeigt auf den Stundenplan: „Wir erklären, wie mit der Werkbank und den Metallen umgegangen wird. Dann dürfen die Jugendlichen selbstständig arbeiten.“ Ziel des Projektes ist es, ein Modellflugzeug zu bauen.

Das AZV zeigt den Schülern Grundlagen der Pneumatik, der Steuerungs- und Elektrotechnik sowie im Fräsen und Drehen. „Wir führen sie außerdem durch unsere Werkshallen, so dass sie einen Eindruck vom Unternehmen bekommen“, sagt Fellensiek. Das Projekt mit der Oberschule Bockhorn gibt es seit fünf Jahren. Zur Seite stehen den Schülern Auszubildende des Unternehmens. So auch Jendrik Wübbenhorst. Der Siebzehnjährige ist in seinem ersten Ausbildungsjahr zum Industriemechaniker und hilft den Schülern beim Umgang mit den verschiedenen Werkzeugen. Ein Auge auf die Arbeiten hat ebenfalls Katja Ledebuhr. Sie ist Ausbilderin im Fachbereich Grundbildung. „Seit vier Jahren betreue ich das Projekt schon“, sagt sie, nachdem sie einem Schüler an der Werkbank geholfen hat.

Der Lehrer des Kurses, Dr. Jürgen Jacobs, ist erfreut, wie viel Mühe sich seine Schüler geben: „Alle sind motiviert bei der Sache. Es ist wichtig, dass sie sehen, wie es im Betrieb aussieht.“ Der Fleiß der Schüler wird schließlich auch belohnt, wie Sylvia Marsollek, Koordinatorin und Techniklehrerin an der Oberschule Bockhorn, betont: „Nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Engagement fließen in die Bewertung mit ein.“ Zum Abschluss stellt Premium Aerotec die Ausbildungsmöglichkeiten für Schüler vor. Henning Fellensiek sagt, dass in jedem Jahr Azubis von der Oberschule Bockhorn bei Premium Aerotec eingestellt wurden, die vorher an dem Projekt teilgenommen hatten. Das Unternehmen bildet Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker und Elektroniker aus.

Der Schüler Jannik Petschow ist sich schon sicher: Wenn er die Möglichkeit bekommt, würde er gerne eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker bei Premium Aerotec anfangen. „In zwei Wochen setzen wir endlich alle Teile zu dem Flugzeug zusammen“, sagt der Fünfzehnjährige, während er den Rumpf seines Modells zurecht schleift.

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