BOCKHORN Cannabis sei, neben Alkohol, immer noch die Droge Nummer 1 bei Jugendlichen, sagt Imke Janssen, Diplompädagogin von der Suchtberatung Friesland.

 

Um die Jugendlichen über die Gefahren von Drogen und der Sucht aufzuklären, bietet die Suchtberatung Friesland gemeinsam mit der „Wilden Bühne“ aus Bremen seit zwei Jahren eine Präventionsveranstaltung an der Oberschule Bockhorn an. Einen Vormittag, von der ersten bis zur sechsten Stunde, haben am Montag wieder 20 Schüler der 9. Klasse an dieser Prävention teilgenommen.

„Das Seminar ist in drei Teile aufgegliedert“, sagt Janssen. Sie beginnt mit einer Einleitung zum Thema: „Was ist Sucht eigentlich, was muss ich über Drogen und ihre Wirkung wissen und was sind die Gefahren?“ Ziel der Diplompädagogin ist es, die Jugendlichen nicht blauäugig an das Thema herangehen zu lassen.

Der zweite Teil der Veranstaltung begann mit ein paar Spielen. Unter anderem sollten die Schüler verschiedene Standbilder darstellen, wie ein Tag im Freibad oder ein Besuch im Zoo. „Damit wollen wir das Selbstbewusstsein stärken“, sagt Janssen. Wenn die Schüler in die Situation kommen, Drogen zu konsumieren, sollen sie sich so nicht von anderen beeinflussen lassen. „Aber auch den Mut finden, Freunde, die zum Beispiel viel Cannabis konsumieren, darauf anzusprechen“, sagt die Diplompädagogin.

Im Anschluss wurde es sehr persönlich. Kerstin, eine Schauspielerin der „Wilden Bühne“, erzählte von ihren Erfahrungen mit Drogen: „Ich habe 25 Jahre lang Drogen jeglicher Art konsumiert.“ Diese Lebensgeschichte soll den Jugendlichen zeigen, dass es keinen klassischen Verlauf bei Sucht gebe. „Viele haben normale Biografien. Sie nahmen Drogen aus Spaß und sind dann abgedriftet“, sagt Janssen.

Danach konnten die Schüler über eigene Erfahrungen mit Drogen sprechen, wenn sie welche haben. „Das kommt schon vor“, sagt Janssen, „aber es ist abhängig von der Klassenoffenheit“. Um die Schüler dabei etwas zu unterstützen, sind keine Lehrer dabei und die Beteiligten wie Janssen haben eine Schweigepflicht.

Im letzten Teil stellten die Schüler Theaterszenen dar. „Hier soll der Alltag dargestellt werden, denn auch Alltagsprobleme können ein Auslöser für den Einstieg in den Drogenkonsum sein“, sagt Janssen. Für die Schüler war es ein interessanter und vor allem informativer Tag: „Es ist gut, dass sich Leute mit diesem Thema auseinandersetzen und offen darüber reden“, sagt Michelle Barghop. Was Janssen den Schülern vor allem auf den Weg mitgeben will ist Folgendes: „Passt einfach ein bisschen auf euch auf.“


 

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