Diese Schüler geben sich gegenseitig Halt

Eine spannende Übung: Zuerst saßen die vier Jugendlichen auf Stühlen. Sie haben sich zurückgelehnt auf die Beine des anderen und David Eckert hat die Stühle weggezogen. Mit viel Vertrauen und Kraft halten sie sich gegenseitig.
Bild: Sandra Binkenstein

Es gibt immer Cliquen, die den Ton angeben, und einzelne Schüler, die Schwierigkeiten haben, sich im Klassenverband zu behaupten. Schule ist kein Zuckerschlecken, die Gruppendynamiken in den Klassen entfalten ganz unterschiedliche Wirkungen – nicht selten bis hin zum Mobbing. Damit es gar nicht so weit kommt, hat die Oberschule Bockhorn Präventionsprogramme, zu denen auch das Coolness-Training mit David Eckert gehört. Der Trainer war in der Oberschule zu Gast, um die Schüler der siebten Klassen stark zu machen.

„Mit Beginn der Pubertät treten die Jugendlichen in eine besondere Lebensphase ein. Mir geht es darum, ihnen den Weg zu bereiten, sich selbst kennenzulernen und auch die Mitschüler – als Klassenverband“, sagt David Eckert. „Es geht um die Frage, wie man mit Konflikten umgeht und um einen respektvollen Umgang miteinander. Natürlich sind auch Mobbing und Ausgrenzung ein Thema.“ Mobbing allerdings sei in den größeren Städten viel häufiger ein Problem. „In Bockhorn ist alles entspannter als an manchen Schulen in der Stadt. Die Umgangsformen sind andere“, sagt David Eckert. Und Schulsozialarbeiterin Jasmin Wittkowski stimmt ihm zu: „Bei uns ist der Umgangston sehr gut.“

Trotzdem seien Jugendliche im siebten Jahrgang in einer schwierigen Lebensphase, in der es hilfreich sei, sie darin zu bestärken, Verantwortung zu übernehmen und einander zu vertrauen. „Sozialkompetenztraining ist ein Türöffner. Man merkt, dass die Schüler nach so einer Trainingsstunde in der Pause im gesamten Klassenverband rumhängen und dass etwas in Bewegung kommt“, sagt Jasmin Wittkowski.

Kein Wunder, denn David Eckert lockt die Jugendlichen ganz schön aus der Reserve. Spielerisch bringt er die Schüler dazu, im Team Aufgaben zu lösen, sich gegenseitig Vertrauen entgegenzubringen und aufeinander zu achten. „Im Spiel kann man sich nicht verstecken. Wenn man nur miteinander redet, kann sich auch jemand rausziehen und sich absichtlich nicht einbringen. Aber im Spiel ist man eben, wie man ist“, sagt David Eckert. „Und man kann dabei Erfahrungen machen, die einen als Mensch weiterbringen. Wenn sich nur einer nach so einem Training besser fühlt, war es ein gutes Training.“

 

Bockhorner Schüler besichtigen Volkswagenwerk in Emden

Am Montag, den 26. Februar 2018 besuchte der Profilkurs Wirtschaft der 10. Klassen das Volkswagenwerk in Emden und führte eine dreistündige Werksbesichtigung durch.

Das Volkswagenwerk in Emden hat sich seit der Gründung als Hafenstandort zur Produktion des Käfers bis heute zum größten industriellen Arbeitgeber in der Region entwickelt und bietet knapp 10.000 Mitarbeitern sowie 360 Auszubildenden eine Arbeitsstelle. Gefertigt werden hier täglich etwa 1200 Fahrzeuge der Marke Volkswagen in den Modellen Passat und Arteon. Um dies zu bewältigen sind auf dem knapp 4,3 Millionen Quadratmeter großen Werksgelände verschiedene Produktions- und Werkshallen, Werkstätten, Versorgungs- sowie Verwaltungsgebäude. Die einzelnen Produktionsschritte zur Herstellung der Automobile konnten von den Schülern und ihrem Lehrer Herrn Carstens an diesem Tag besichtigt und nachverfolgt werden. Herumgeführt wurde die Gruppe von geschultem Personal des Volkswagenwerkes.VW-Besichtigung.jpg

 

Begonnen wurde die Führung in einem Kinosaal mit einer kurzen Präsentation sowie hilfreichen Informationen zum Volkswagenwerk. Anschließend konnte das Presswerk besichtigt werden, in dem aus Blechen große Teile der Karosserie selbst hergestellt werden können. Anschließend wurde die zu größten Teilen automatisierte Werkshalle besichtigt, in der einzelne Teile der Karosserie zusammengefügt und verschweißt werden. Vom Automatisierungsgrad und den vielen Robotern zeigten sich die Schüler besonders beeindruckt. Den weiteren Produktionsverlauf konnten die Schüler in anderen Werkshallen nachverfolgen. Am Fließband wird Schritt für Schritt aus den Einzelteilen ein fertiges und funktionsfähiges Auto. Die dazu nötigen Arbeitsschritte werden an verschiedenen Stationen von den Mitarbeitern durchgeführt und konnten von den Schülern mitverfolgt werden. Ein Highlight bildet hierbei die „Hochzeit“, das Zusammenfügen der Karosserie mit dem Unterbau sowie dem Motor. Zum Abschluss wird jedes Auto einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen und auf der eigenen Teststrecke erprobt. Besonders spannend zu sehen war, dass jedes Auto auf Bestellung, d.h. individuell gefertigt wird. Somit müssen die Mitarbeiter bei jedem Auto hochkonzentriert sein, um nicht die falschen Ausstattungsmerkmale oder –teile einzubauen.

Neben den einzelnen Produktionsschritten und Arbeitsabläufen erhielten die Schüler auch einen sehr guten Einblick in die vielfältigen Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten bei Volkswagen sowie den Arbeitsalltag vieler verschiedener Mitarbeiter. Am Ende der Führung hatten die Schüler die Möglichkeit ihre vorbereiteten Fragen zu stellen, die von den Mitarbeitern geduldig beantwortet wurden.

 

 

 

Die Anmeldezeiten für den neuen 5. Jahrgang sind:

Montag 06.05.2019        (08:00 Uhr bis 15:30 Uhr)

Dienstag 07.05.2019      (08:00 Uhr bis 15:30 Uhr)

Mittwoch 08.05.2019      (08:00 Uhr bis 13:00 Uhr)

Das Anmeldeformular finden Sie hier: Download

"Alkohol spielt bei vielen Jugendlichen am Wochenende eine große Rolle. Viele trinken sich in den Rausch, bis zum völligen Absturz. Ich denke, das geschieht auch aus Mangel an Alternativen“, sagt Dadmer Wichner. Sie ist Schulsozialarbeiterin an der Oberschule Bockhorn und möchte etwas tun, damit die Schüler der neunten Klassen sich gegen eine Sucht wappnen können. Deswegen hat sie die „Wilde Bühne“ aus Bremen eingeladen. Beim Improvisationstheater sollen die jungen Leute ihre Handlungsspielräume kennenlernen.

Frank Stuckenbrok, Tinka Klindtwort und die ehemalige Drogenabhängige Kerstin nahmen die Jugendlichen mit auf eine Szenenreise. Doch bevor die Schüler Szenen nachstellten, in denen sie mit Freunden im Rausch feiern, begannen die Schauspieler der Bühne mit einer ganz einfachen Übung: Die Schüler gaben sich gegenseitig die Hand und schauten sich dabei in die Augen ohne – zu sprechen. „Die Augen sind das Tor zur Seele“, sagte Frank Stuckenbrok. „Es geht darum, zu lernen, andere Menschen wahrzunehmen und zu erkennen, wie es ihnen geht.“

Dann eine weitere, simpel anmutende Übung: Die Jugendlichen sollten auf der Stelle springen, sicher stehend landen und dann einen Schrei ausstoßen. „Es geht darum, die Stimme zu trainieren, einen festen Stand zu haben, mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen und die Dinge so zu sagen, dass andere auch glauben, was man sagt“, erklärt Tinka Klindtwort. Dass diese Übungen durchaus Sinn haben, wird jedem schnell klar, der sieht, wie schwer es manchem Jugendlichen fällt, selbstsicher und laut zu sein. „Es ist wichtig, dass ich weiß: Ich muss einstehen für meine Meinung und dabei selbstsicher sein. Manchmal ist das nur Schauspiel, aber selbst, wenn ich das nur spiele, komme ich selbstsicher rüber“, erklärt Frank Stuckenbrok.

Bei der Theaterpädagogik geht es auch darum, sich dessen bewusst zu werden, dass man der Herr über seine Handlungen ist und sich entscheiden kann. Und diese Entscheidungen bewusst für sich zu treffen, ist vor allem im Umgang mit Alkohol wichtig.

Zum Präventionsprojekt an den 9. Klassen hat auch Imke Janssen von der Suchtberatung Friesland ihren Teil beigetragen und mit den Jugendlichen über Abhängigkeit von Drogen und Medien gesprochen. Denn auch die Handy-Sucht ist ein großes Problem: „Das Handy auszustellen, ist für viele Jugendliche noch die größte Strafe.“

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